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Do, 21.09.2017, 19:30 Uhr

Ostbesuch #1:Dekonstruktion

Vortrag + Konzert

+++ Robert Feustel – Dekorative Dekonstruktion? Zur Aktualität einer philosophischen Perspektive

„Dekonstruktion ist eine flippige Vokabel, die in keinem Gespräch Intellektueller oder Studierender der entsprechenden Fakultäten fehlen darf. Mindestens als Verb hat Jacques Derridas theoretisches Schwergewicht eine rhetorische Leichtigkeit gewonnen, die skeptisch machen darf. Dieser Tage wird alles mögliche „dekonstruiert“: Vom Subjekt über Tankstellen bis hin zur Musik. Was allerdings flächendeckend griffig und passend erscheint, ist (oder war) ein ziemlich komplizierter philosophischer Denkvorgang, der sich immerzu seiner Voraussetzungen beraubt und einen Taumel auslöst – einen Taumel, dessen Ausgangspunkt politisch ist und der kaum zur schöngeistigen Plattitüde taugt. Der Vortrag nähert sich – skeptisch und kritisch – dekonstruktiver Rhetorik und versucht, den politischen und radikalen Kern der Dekonstruktion hervorzukehren. Was es heißt, musikalisch zu dekonstruieren, bleibt schließlich offen.“

[Robert Feustel, von Hause aus Politikwissenschaftler, lehrt und arbeitet in Leipzig. Mit „Die Kunst des Verschiebens: Dekonstruktion für Einsteiger“ (2015) hat er eine verständliche und unterhaltsame Einführung in die „Kunst“ der Dekonstruktion geschrieben. Zuletzt war er Mitherausgeber des „Wörterbuch des besorgten Bürgers“ (2016)]

+++ Leaf Kickers

„A person that stirs up trouble, get the boss wound up with no solutions and then leaves the situation for others to take care of“ beschreibt das Urban Dictionary einen ‚Leaf Kicker‘. In übertragener Weise beschreibt das auch die Musik der Band: Aus pastoralen Patterns, die an Tortoise erinnern, erheben sich kaum vorhersehbare, chaotische Frickeleien irgendwo zwischen Keiji Haino und den späten Autechre. Wie und ob das verstanden, etikettiert oder eingeordnet werden kann, scheint dadurch ganz der Ver-Antwortung des Hörens überlassen. Möglicherweise führt so auch das neueste Projekt des Dresdner Gitarristen Jens Berger vor, wie sich Dekonstruktion als musikalische interpretieren ließe. Denn schon mit dem Jealousy Mountain Duo hat er nach 400 Konzerten in 5 Jahren für internationale Musik-Magazine überzeugend hörbar gemacht, wie sich die Grenzen von Genres wie Jazz und Post-Rock so verschieben lassen, dass ein schwer zu deutendes (Noch-)Musikalisches entsteht. Ob die Rede von Dekonstruktion in diesem Zusammenhang mehr sein könnte als eine dekorative Plattitüde, wird das Konzert der Leaf Kickers mit Jens Berger und Sebastian Faeth (dr) zeigen. Deren erstes Album „you went gospel on me“ erscheint im Oktober.


- Leaf Kickers https://leafkickers.bandcamp.com/releases

- Jealousy Mountain Duo jealousymountainduo.com/
https://jealousymountainduo.bandcamp.com/

/// Die Reihe Ostbesuch versucht in unregelmäßigen Abständen eine Sehnsucht nach "anderen" philosophischen und künstlerischen Positionen zu befriedigen ///

Ort: Zinnwerke Wilhelmsburg
Web: www.facebook.com/events/216596162200831/

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