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Fr, 07.05.2010, 21:00 Uhr

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"The Wall-the Message" für piano and filmprojection
VLADIMIR MARTYNOV, piano

Vladimir Martynov (*1946) hat das Konservatorium im Jahr 1970 in der Kompositionsklasse von N. Sidelnikov und 1971 in der Klavierklasse von M. Meschmulov abgeschlossen. Schon in seiner Studentenzeit hat er sich als große Komponistenpersönlichkeit hervorgetan. Sein Talent hat Nadja Bulanger, als sie sein Werk in Moskau kennen lernte, sehr hoch eingeschätzt. V. M. begann seine Laufbahn als einer der radikalsten Köpfe der sovjetischen Avantgarde. Seine dodakaphonisch-seriellen Kompositionen der 70-ziger Jahre zeigen außerordentliche Musikalität, raffinierte Technik. und intellektuelle Artistik. Der Schöpferische Ansatz Martynovs liegt in komplizierten Evolutionen, in denen sich seine vielseitige Persönlichkeit spiegelt. Martynov beschäftigt sich mit der Musik des 20. Jh. ebenso wie mit der Musik des Mittelalters und der Renaissance. Er gibt eine Reihe vielfarbiger Hefte heraus, mit Werken von Heinrich Issak, Guillome de Machaud, John Dunstable, Guillom Duffay, für Instrumental Ensemble. Als Sammler und Erforscher von Volksmusik unternimmt er seit einigen Jahren Expeditionen in verschiedenste Regionen Russlands, des Nord-Kaukasus, Zentral-Pamir, und Tadschikistan. !973 begann er im Moskauer Studio für Elektronische Musik zu arbeiten. Die Beschäftigung mit der Elektronik fällt zusammen mit dem tiefen Studium östlicher Religionen und Kulturen und dem westlichen und östlichen Christentum.
Im elektronischen Studio realisierte er eine Reihe elektronischer Kompositionen, die sich vom der sog. Avantgarde entfernten und neue ästhetische, ethische und geistige Orientierungen aufzeigen. Die Zeit zwischen 1976 und 1978 ist eine für seine schöpferische Entwicklung besonders wichtige Periode. Die Abwendung vom "Hyperkonstruktivismus" der Avantgarde zu neuer Einfachheit bezeichnet den Übergang zu minimalistischen Kompositionen (einschließlich Minimal-Music, historischer Stile und Genres, Art-Rock), zu ihrer Ritualhaftigkeit in der Musik und zu religiösen Themen. 1975-1976 nimmt Martynov teil an Konzerten von Ensembles historischer Musik (Blockflöte) mit Werken der 13.-14. Jahrhunderts in Italien, Frankreich, Spanien 1976-77 tritt er im Moskauer Solisten Ensemble mit Aufführungen von anvantgardistischer, elektronischer und minimalistischer Musik auf (Cage, Schostakovitsch, Ligeti, Riley, Feldman, Silvestrov, Artjomov, Martynov, Pärt und ebenso Musik des westeuropäischen Mittelalters,) 1977-78 gründete er seine Rockgruppe "Vorpost" (Leiter, Komponist, Spieler der elektronischen Instrumente). Konzerte, Aktionen, Festivals. 1978 gibt Martynov die kompositorische Tätigkeit auf und widmet sich ganz dem Religiösen Dienst. Er unterrichtet an der Geistlichen Akademie Troize-Sergiei-Lavra (von 1979 bis jetzt) Er beschäftigt sich mit der Dechiffrierung und Restaurierung altrussischer geistlicher Gesänge, und dem Studium alter Gesangshandschriften aus der Klosterbibliothek. Er schreibt Musik für den Gottesdienst nach dem alten Kanon. 1984 kehrt er zur Komposition zurück. Postmodernismus, Minimalismus, Kollagetechnik. Umfangreiche Komposition "come in!", Klagen des Jeremia, Apokalypse, Magnifikat, Requiem, Übungen und Tänze Guido. Er ist auch mit literarischer Tätigkeit beschäftigt, gibt Bücher heraus (4 Monografien), sowie Aufsätze zu religiös-philosophischen und historisch-kulturwissenschaftlichen Themen. Er tritt auf wissenschaftlichen Konferenzen auf. Im Januar 2002 fand das erste Festival mit Werken von Vladimir Martynov unter dem Titel Tänze des Kali-Yuga statt. (Quelle Devotio moderna) Er hat viel im Theater mit den Regisseuren A. Wassiliev und J. Lubimov zusammengearbeitet.

Eintritt: 15.-/ 10.-
Ort: Forum Neue Musik in der Christianskirche | Klopstockplatz 2
Web: www.kirche-ottensen.de

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