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Mo, 01.05.2023, 20:00 Uhr

PAPIRIPAR LABOR w/ PHEW, DJ DIE SOON, Tanita Olbrich

PAPIRIPAR LABOR w/ PHEW, DJ DIE SOON, Tanita Olbrich

PAPIRIPAR LABOR Dem Festival PAPIRIPAR am 18.-21. Mai vorauseilend...Nerds und Ungeduldige finden sich bereits am 1. Mai beim Festival Teaser PAPIRIPAR LABOR im Golden Pudel Club ein, wo die japanische No-Wave-Legende PHEW, flankiert von DJ DIE SOON und der Künstlerin Tanita Olbrich, eine schwarz schimmernde Sonne beschwören wird. Live/ PHEW Ende der 1970er Jahre flog Hiromi Moritani auf der Suche nach subkultureller Erkenntnis von Japan nach Großbritannien. Sie wollte die Sex Pistols am Ort ihrer größten Wahrhaftigkeit erleben. Inspiriert von dieser Reise gründete sie die kurzlebige Punkband Aunt Sally. Nach der Auflösung nannte sie sich Phew und war wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Ihre erste LP spielte sie mit Musikern von CAN und DAF in Conny Planks rheinländischem Bauernhof-Studio ein. Es folgten weitere Zusammenarbeiten mit u.a. Ryūichi Sakamoto und den Einstürzenden Neubauten. Ein krakenhaft-globaler Ansatz, der sich bis heute in Phews anhaltender Mission für eine authentische Verbindung von Vocals und elektronischer Experimental-Musik fortsetzt. Sowohl in Interviews als auch in ihrem unverwechselbaren Gesangsstil spricht sie Klartext. Die absichtlich nur halb-gesungenen Lyrics fungieren als roter Faden, der alle ihre Arbeiten verbindet. Die libertäre Beharrlichkeit, mit der sie über die vielen Jahre Treue zu einer Idee mit der Neugierde für alle anderen Ideen verband, lässt jüngere Generationen erschreckend unnachhaltig aussehen. Vor dem diesjährigen Reissue ihrer eingangs erwähnten ersten LP „Our Likeness“ veröffentlichte das Londoner Label Mute 2021 das neuestes Solo-Album „A New Decade“. Dieser Tonträger versammelt Aufnahmen, die während der vergangenen Pandemie in ihrer Wohnung im Tokioter Vorort Kawasaki entstanden sind. „Ich persönlich kann keine Zukunft mehr sehen, die über die Gegenwart hinausgeht“, sagte sie über den im Titel aufblitzenden Paradigmenwechsel. Niemand sollte also daran zweifeln, dass Phew’s Hamburger Auftritt eine weitere, erkenntnisreiche Permutation von Raum und Zeit sein wird! https://en.wikipedia.org/wiki/Phew_(singer) https://phewjapan.bandcamp.com/ https://youtu.be/pDuGZvs550s Live/ DJ DIE SOON 1997 betrat Daniel Dumile aka MF DOOM die Hip-Hop-Szene mit einer Maske, die vom Marvel-Bösewicht Doctor Doom inspiriert war. Beeinflusst von Dumile tarnten sich seitdem weltweit immer immer mehr Protagonisten dieses Genres. Warum gerade die Berliner Deutsch-Rap Szene an diesem kulturellen Stunt einen so großen Gefallen gefunden hat, ist ein Rätsel. Dass der eben dort lebende Japaner Daisuke Imamura etwas mit Hip-Hop zu tun hat, lässt sich nicht von der Hand weisen. Mit dem bei traditionellen Beat-Produzenten beliebten Sampler SP-404 produziert er Rhythmen, über die immer öfter internationale Rapper ihre Verse legen. Aber sein Soundentwurf erinnert an europäische Industrial-Musik der frühen 1980er Jahre und wenn er als DJ DIE SOON sein Gesicht verdeckt, dann wähnt man sich eher in eine psychedelische Aktualisierung des japanischen Maskentheaters Nō versetzt, als in ein amerikanisches Superhelden-Comic. Auch als Zeichner schafft er ein künstlerisches Universum, in das er Elemente der japanischen Kultur einfließen lässt. Seine Live-Konzerte, Alben, Ausstellungen und Veröffentlichungen werden so zu einem originellen und immer wieder von Schock-Effekten getragenen mehrschichtigen Gesamtkunstwerk. https://soundcloud.com/djdiesoon Ausstellung/ Tanita Olbrich In ihren Anfangstagen war die Videokunst ein sehr kostspieliges Unterfangen. Frühe, auch die Überwachung thematisierende Arbeiten des amerikanischen Künstlers Dan Graham („Time Delay Room“ oder „Present Continuous Past(s)“, beide 1974) glichen dadurch hochtechnologischen Simulationen einer dystopischen Zukunft. In den 1990er Jahren wurde das digitale Multiplexing entwickelt, das die gleichzeitige Aufzeichnung mehrerer Kameras sowie Zeitraffer- und Bewegungsaufzeichnungen ermöglichte. Dies sparte Zeit und Geld und führte zu einem verstärkten Einsatz der Videoüberwachung. Die Aufzeichnung des öffentlichen und auch privaten Raums führte spätestens am Beginn des aktuellen Jahrtausends zu umfangreichen gesellschaftlichen Diskussionen, aus denen vor allem in europäischen Ländern Gesetzesänderungen resultierten. In jüngster Zeit wurde die CCTV-Technologie durch eine Verlagerung in das „Internet der Dinge“ verbessert und neu monetarisiert. Die vielfach ausgezeichnete Berliner Filmemacherin Tanita Olbrich gehört zu einer aktuellen Generation von KünstlerInnen, die sich mit zeitgenössischen Fragen der Überwachung und popkultureller Selbstdokumentation beschäftigen. Mit dem für einen Abend im Hamburger Pudel-Club installierten Home-Security-Kamerasystem Ring schafft sie die Abbildung eines Raumes, in dem die aktuellen Probleme des technischen Fortschritts privater Überwachungstechnologien halb-öffentlich reflektiert werden. https://tanita.cargo.site/ Davor, dazwischen und danach PAPIRIPARIS DJ's Felix Kubin, Nika Son, Fleurop http://www.papiripar.com/ Texte: Thomas Baldischwyler Poster: Alex Solman

Eintritt: 12 Euro
Ort: Golden Pudel Club | St.Pauli Fischmarkt 27
Web: https://pudel.com/programm

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