blurred edges

04.05.2009

Hamburger Abendblatt - Verheißungsvoller Auftakt

Hamburger Abendblatt , 4. Mai 2009

Wie eine Mischung aus Spielzimmer und Bastelkeller sieht der Altarraum der Hauptkirche St. Katharinen aus: Rasseln, Kindertröten und Murmeln liegen herum, an zwei Tischen sind mit Schraubzwingen Leisten befestigt, von denen Plastikbecher an Nylonfäden herunterhängen wie abgeschnittene Dosentelefone.
Dass hier Musik erklingen soll, ist noch nicht einmal an den Notenständern erkennbar, statt Noten liegen abstrakte Grafiken auf den Pulten. Kein Wunder: "Musizieren nach alternativen Notationen" lautet das Motto des Konzertes, das das Hamburger Neue-Musik-Festival "blurred edges" eröffnet.
Der Titel "unscharfe Kanten" bezieht sich auf die offene Form: Es gibt keine künstlerische Leitung; wer dabei sein und seine Musik vorstellen will, trägt sich einfach auf der Homepage des Verbandes für aktuelle Musik Hamburg ein. Gut 40 Veranstaltungen sind so zusammengekommen, Gesprächskonzerte, Live-Improvisationen, Performances, in Kirchen, Clubs, dem Klang-Container, im Bunker Feldstraße.
In St. Katharinen stellen sich Christoph Herndler, Nikolaus Gerszewski und Michael Maierhof dem Szenepublikum vor. Sie alle verwenden alternative Notationsformen - Maierhof, um sein selbst entwickeltes Nylonsaiteninstrument einzusetzen, Gerszewski, um Klangcollagen zu organisieren, Herndler, um mit abstrakten Formen zu experimentieren.
Dem Wiener Ensemble EIS ist es vorbehalten, die Zeichen in Musik umzusetzen - mit sehr unterschiedlichen klanglichen Ergebnissen. Ein verheißungsvoller Auftakt für das Festival ist's allemal, nur der Publikumszuspruch darf gerne noch wachsen. Noch mehr alternative Partituren stellt das TonArt Ensemble am 8. Mai vor. mat
www.abendblatt.de/kultur-live/article997133/Verheissungsvoller-Auftakt.html

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