blurred edges

01.05.2007

Positionen Nr.71 - blurred edges

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blurred edges - Oder das Potential der unscharfen Ränder – Zu einer neuen Festivalkultur in Hamburg
von Gisela Nauck

Im April vorigen Jahres startete in Hamburg ein neues Festival, das – von seinem Anliegen her, organisatorisch wie auch musikalisch – anders ist, ja, in der deutschen Festivallandschaft als ungewöhnlich bezeichnet werden muß: blurred edges. 11 Tage aktuelle Musik in Hamburg. (In diesem Jahr waren es bereits zwölf Tage). Ungewöhnlich, weil es – erstens – kein künstlich geschaffenes Fest zur Feier von Musik mit ausgedachtem Programm ist, sondern Verdichtung zeitgenössischer musikalischer Alltagskultur. Zweitens gibt es keinen künstlerischen Direktor, keine Organisationscrew, keine Festsäle und Empfänge, sondern blurred edges hat eine basis-demokratische Organisationsstruktur. Und drittens wurde mit der apostrophierten aktuellen Musik ein längst unübersehbar gewordener Ausschnitt zeitgenössischer Musik fokussiert, der im Konzertleben neuer Musik nicht ernst genommen wird und auf anderen Festivals ein geduldetes Schattendasein führt. Der Entstehungsgrund für blurred edges ist kulturpolitische und künstlerische Opposition, darin existentieller Überlebenskampf, Widerstand mit musikalischen Mitteln im besten Sinne des Wortes: nämlich einem speziell in Hamburg seit Jahren zu beobachtenden Kulturverfall in Sachen neuer Musik zu wider-stehen.

Kulturpolitischer Hintergrund
Der Flyer für das erste Festival vom 19. – 30. April 2006 – der einzig möglichen Werbeaktion übrigens, die das geringe Budget zuläßt – vermerkte unter anderem: »Die konzentrierte Aktion soll auch darauf hinweisen, daß die Kulturbehörde von Hamburg die Förderung für aktuelle Musik in den letzten Jahren fast ausnahmslos gestrichen hat.« In Zahlen heißt das: Für ein zwölf Tage dauerndes Festival – in diesem Jahr vom 21. März bis zum 1. April – mit zwanzig Konzerten und rund einhundert beteiligten Musikern und Komponisten aus Hamburg, Berlin, Wien, Rotterdam, Oslo, London und Chicago hatte die Stadt gerade einmal das läppische Budget von 3500 Euro übrig zuzüglich der von den autonomen Projekten beantragten Gelder, ebenfalls jeweils minimale Summen. Ein Vergleich macht den Verfall deutlich: Der gesamten freien Hamburger Musikszene stehen gegenwärtig pro Jahr lediglich noch 35 000 Euro zur Verfügung – noch Mitte der 90er Jahre, zu SPD-regierten Zeiten und mit Christina Weiss als Kultursenatorin, waren es immerhin noch 550 000 DM, die schon damals als viel zu gering für eine in Hamburg sehr lebendige freie Musikszene eingeschätzt wurden. Eine weitere Zahl verweist auf ein grundsätzliches Mißverhältnis zwischen dem Förderungswillen für Repräsentation und Innovation: Für den Anfang April diesen Jahres begonnenen Bau der Elbphilharmonie stellt die Hansestadt 114,3 Millionen Euro bereit. Wie wenig wären demgegenüber auch nur 500 000 Euro für die Hamburger freie Szene, die sie zum Blühen bringen würde – mit internationaler Ausstrahlung.
Und so blieb tatsächlich nur die Selbsthilfe die mit der Gründung eines Verbandes vor drei Jahren, wie Michael Maierhof erzählte, ihren Anfang nahm: »Wir mußten erst einmal das Bedürfnis der verschiedenen Szenen ganz klar artikulieren, wofür wir so einen Kampfbegriff wie Verband gewählt haben: Verband für aktuelle Musik Hamburg. Dieser zeigt: Es sind viele Leute da, die dahinter stehen. Allein schon der Begriff Verband versetzte uns in die Lage, so etwas wie eine Lobby zu formieren, die gegenüber der Kulturbehörde überhaupt wahrgenommen wird. Als Einzelperson ist man längst nicht mehr wahrgenommen worden. Das hat sich dann tatsächlich auch als effektiv erwiesen.« Und Dodo Schielein ergänzt: »Jetzt nach drei Jahren Verbandsarbeit ist positiv zu vermerken, daß wir so etwas wie eine Beratungsfunktion für die Kulturbehörde haben. Daß die gegenwärtige Musikreferentin, Riekje Weber, unsere Arbeit nicht nur unterstützt, sondern uns auch zu Beratungen einlädt. Oder auch Christoph Becher, der zukünftige Chef der Elbphilharmonie, unterstützt uns, war beim blurred edges-Festival in vielen Konzerten. Also wir haben jetzt tatsächlich von vielen Zuspruch weiterzumachen und die Stellung zu halten.«
Die Komponistin und Klangkünstlerin Dodo Schielein und der Komponist und Improvisationsmusiker Michael Maierhof sind Gründungsmitglieder des Verbandes für aktuelle Musik, der aufgrund der zu hohen Verwaltungsarbeit keine Mitgliederlisten führt, bei dem jedoch jeder, der sich einschreibt, Mitglied werden kann. Fünfzig Einträge verzeichnet die Webpage bis jetzt, darunter zahlreiche korporative Mitglieder wie Ensemble, Initiativen, Projekte, Veranstalter. Weitere Vorstandsmitglieder sind zur Zeit der Klarinettist und Improvisationsmusiker Heiner Metzger, die Trompeterin und Improvisatorin Birgit Ulher, der Laptop-Elektroniker Gregory Büttner und der Komponist Sascha Lino Lempke. Bereits diese musikalische Zusammensetzung signalisiert, wofür dieser Verband einsteht, nämlich »die gesamte Breite der Szene nach außen zu repräsentieren und zu vernetzen (von der komponierten Musik über Improvisation, Elektronik, Avantgarde-Rock-Punk-DJing bis zu den Laptop-Bastlern)« Es sind also vor allem die experimentellen Ränder der zeitgenössischen Musik, die Hamburger Subkulturszene, die der Verband vernetzen, bekannt machen und dafür eine Infrastruktur entwikkeln will. Das blurred edges-Festival ist eine zentrale Position in einem umfassenderen Kalender an Aktivitäten.

Festivalstruktur
Die zweite Besonderheit von blurred edges ist seine basis-demokratische Organisation und Struktur, die zugleich Festival-Thema und -Konzept ist. Weder gibt es einen künstlerischen Direktor – was sich aus Geldmangel von vornherein ausschloß – noch ein Team, das sich das Festivalprogramm ausdenkt. Veranstalter und Organisatoren sind vielmehr die Betreiber der sich vor allem in Hamburg Altona und St. Pauli angesiedelten Orte, die Clubs subkulturellen musikalischen Tätigseins, die nirgendwo sonst in der Stadt Räume für Konzerte finden. »Letztlich ist es Sinn dieses blurred edges-Festivals zu zeigen, wie viel in Hamburg passiert. Das Festival ist wirklich auch ein politisches Statement, die Lebendigkeit der Hamburger Szene zu zeigen, statt ein komplettes, von A bis Z durchorganisiertes Festival zu veranstalten. Es setzt sich also aus kleinen Inseln zusammen, die sich an den zwölf Tagen parallel mit ihren Programmen präsentieren.« Jede dieser Inseln entwickelt dafür seine eigenen Ideen, trägt mit der an die jeweiligen Orte gebundenen musikalischen Kreativität zu diesem Festival bei: in diesem Jahr mit Neuer Improvisation, Komposition und Raummusik, Jazz, Elektronik, DJing, Weltmusik, Vokalperformance, Synthesen aus bildender und akustischer Kunst … Der Vorstand des Verbandes hat dafür zunächst nur den Stein ins Wasser geworfen, eine Flaschenpost in Form eines Festivals als Notstandscassiber. Als Organisationsbasis dient die in ihrem Wesen demokratische – und billige – Struktur des Internet. Der Vorstand hat eine Webpage entwickelt, auf der sich jeder Verein, jedes Ensemble, jedes Projekt in einem vorgegebenen Zeitraum eintragen kann. Auch dieser Zeitraum wird in Reaktion darauf, was in der musikalischen Szene gerade los ist, festgelegt. So entsteht das Programm inhaltlich wie auch in seiner Programmstruktur quasi in kommunikativer Selbstregulation durch alle Beteiligten. In dieser Eigenart aber spiegelt es indirekt dann doch auch ein wichtiges Anliegen des Verbandes für aktuelle Musik, allerdings nicht als ausgedachtes Programm, sondern als quasi musikexistentielles Anliegen. »Die wichtigste Aufgabe, die wir uns gestellt haben und die uns auch so am Herzen liegt ist ja, dieses Bild zu verbreiten, was aktuelle Musik heute ist. Daß es eben nicht mehr diese Genregrenzen gibt, daß experimentiert wird auf verschiedenen Ebenen, die aber gleich bedeutend sind. Und so sind wir ja persönlich auch in dieser Sechsergruppe des Vorstands vertreten, also als Komponisten, Klangkünstler, Improvisationsmusiker, Elektroniker, Laptopmusiker. « Zum Programm und Inhalt eines Festivals wurde also ein ureigenstes kollektives Anliegen und vielleicht ist gerade das Fehlen solcher existentieller Anliegen oder auch das Verlieren der kommunikativen Kontakte der Festivalmacher zu Komponisten und Musikern – politisch gesprochen: zur Basis – die Ursache für die Stagnation vieler bedeutender Festivals für neue Musik.
Nicht verschwiegen werden sollte allerdings, daß jenes multikreative Konzept ohne regulierende Instanz bei allen positiven Aspekten doch auch seine Tücken hat. Zumindest für den Angereisten, der als Outsider der Hamburger Szenen solch ein Festival für mehrere Tage nur als Hörer besucht und möglichst viel kennenlernen möchte. Das scheitert spätestens dann, wenn sich am Freitag Abend drei Veranstalter zur selben Zeit eingeschrieben haben. Und auch das Akzeptieren jedes musikalischen Beitrags, letztlich der Verzicht auf eingreifende Programmgestaltung, hat nicht nur Vorteile. Dann etwa, wenn sich ein Konzert, das als letztes noch dazu automatisch so etwas wie die Funktion eines Abschlußkonzertes erhält, sich als seichter Weltmusikverschnitt erweist, der das Zuhören nicht lohnt. Aber ob man sich in den von A-Z durchorganisierten Konzerten einschlägig bekannter Festivals langweilt oder die demokratische Präsentation einer musikkulturellen Szene neben zahlreichen Licht- auch Schattenseiten offenbart, ist dann letztlich auch einerlei.

Die Orte
Jene »Inseln« des blurred edges-Festivals sind Alltags- und Kulturräume in Altona und St. Pauli: Ehemalige Läden wie die Blinzelbar des h7-Clubs und das Kulturforum Altona, in der Bergstraße, die Galerie- und Konzerträume des Westwerks in einem ehemaligen Kontor- und Speicherhaus auf der Fleetinsel, sind kleine Kinos wie das B-Movie, in dem die Hörbar untergekommen ist, Schaufenster in der Bernstorffstraße, wo das UBootOrchester spielte oder – nicht zuletzt – die Christianskirche in Ottensen, in der das von dem Komponisten Nikolaus Gerszewski und dem Kirchenvorsteher Milo Loose betriebene Forum für Neue Musik Aufführungsräume gefunden hat. Was alle diese Orte als Veranstaltungsorte auszeichnet ist eine Mischung aus Geselligkeit und Konzentration. Geselligkeit bedingt durch die immer vorhandene Bar als wichtiges Kommunikationszentrum und durch Enge – kaum ein Raum faßt mehr als zweihundert Leute, Räume die in vielen Konzerten übervoll waren. Diese Situation verweist auf einen weiteren Notstand in Hamburg: In der reichen Hansestadt gibt es nicht einen einzigen variabel nutzbaren Raum, der die richtige Größe, Ausstattung und Atmosphäre hätte, um die auch von ihrer Präsentation her so variabel gewordene neue Musik aufführen zu können. Ein wichtiges Ziel des Verbandes für aktuelle Musik ist es deshalb auch, ein »Zentrum für aktuelle Musik aufzubauen, um die miserable Raumsituation in Hamburg zu beenden sowie Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen«
Eine besondere Konzentration des Hörens in jenen behaglichen, wenn auch zu kleinen Räumen aber scheint dadurch zu entstehen, weil es allen, die hierher kommen, offenbar ein Bedürfnis ist, gerade diese Musik zu hören. Beim blurred edges-Festival sucht man vergeblich die »Geschäftsleute« in Sachen neuer Musik, die vielfach die Plätze von Festivals füllen. Was diese Orte weiterhin auszeichnet ist ein weiterer Notstand: Es sind keine finanzierten, sondern projektgeförderte Orte. Das heißt, bei den geringen Zuwendungen durch die Kulturbehörde reicht das Geld kaum für die zum Festival eingeladenen Musiker und Komponisten, während die Musiker-Gagen bei den Veranstaltungen des restlichen Jahres von den Eintrittsgeldern bestritten werden müssen – die Arbeit der Betreiber ist ohnehin ehrenamtlich. Eine unhaltbare Situation für eine Lebenssinn stiftende Kulturarbeit. Wünsche des Forums für Neue Musik etwa, den Amerikaner Christian Wolff zusammen mit dem englischen Pianisten John Tilbury zu blurred edges einzuladen, das heißt also eine für diese Orte – und damit auch für blurred edges – unerläßliche Planung, bleiben dem Zufall überlassen, so lange eine feste Finanzierung fehlt. Für die Profilierung eines jeden Festivals aber ist Planung unerläßlich.

Aktuelle Musik
Aktuelle Musik umfaßt im Grunde genommen jenes »musikalische Spiel-Feld«, in dem neue Klang- und Musizierformen entstanden sind und in der Auflösung traditioneller Grenregrenzen Freiräume für neue Experimente entstehen: zwischen Komposition und Improvisation, elektroakustischen, elektronischen und akustischen Instrumenten, Rock und Avantgarde, DJing, improvisiertem Instrumentalklang und Elektronik, Form und Prozeß, Gestaltung und Struktur, Festlegung und freier Erfindung, Kunst und Alltag … In der aktuellen Musik vollzieht sich – musikalisch zumindest – eine Auflösung der Grenzen, die für ein Crossover notwendig sind. Eine Auflösung und Überschreitung zumindest der künstlerischen Intention nach, gäbe es nicht weiterhin Musikindustrie und Kulturpolitik. Auch insofern ist das blurred edges-Festival ein spannendes Experiment. Wo gelingt freier, nur durch Kreativität gesteuerter Austausch, und führt er tatsächlich zu neuen musikalischen Sinnfindungen und Erfahrungen?
Hinweise fand man dafür bereits in mannigfacher Weise, wenn man das Festival auch nur einige Tage besuchte. Interessant war etwa, wenn sich eine Konzertreihe wie gegen den Strom im ehemaligen Computerladen des Kulturforums Altona das Thema stellt elektroakustische und elektronische Klänge, Strukturen und Verfahrensweisen improvisatorisch zu erforschen – ein Hauptthema der neuen improvisierten Musik. Im blurred edges-Konzert der Reihe spielten Sascha Demand, Gitarre, Burkhard Friedrich Saxophon und Nicolaus Wiese, Synthesizer. In ähnlicher Weise, wenn auch musikalisch intensiver und energetischer zeigte der mit John Butcher (Saxophon), DJ Lenar (Turntables), Christoph Schiller (Spinett), Heiner Metzger (Tablesounds) Birgit Ulher (Trompete), Lars Scherzberg (Saxophon) und Michael Moser (Cello) hochkarätig besetzte Improvisations-Abend des h7-clubs in der Blinzelbar gleich nebenan, daß die Klanglandschaften auch im Bereich instrumentaler und akustischer Klänge noch längst nicht ausgeforscht sind. Zwei durchweg spannende Konzerte am 29. und 31. März im Westwerk wiederum bewegten sich musikalisch in den unscharfen Randzonen zwischen Improvisation und Komposition bzw. Instrument, Präparation und Elektronik. Faszinierend etwa war es zu erleben, wie John Butcher mit seinem Saxophon zu einem einzigen Klangkörper mit unvorstellbarem Klangreservoire verschmolz. Nicht weniger spannend war es, durch die Konfrontation von Komposition (Peter Ablingers Instrument und ElektroAkustisch Ortsbezogene Verdichtung (das Blaue vom Himmel) und Bernhard Langs Schrift 2) und Improvisation die Annäherungen im Klanglichen und die dabei doch sehr deutlichen, formalen Differenzen zu erleben. In ähnlicher Weise bestätigte auch Oszillator#4 im Westwerk die Notwendigkeit des blurred edges-Konzepts. In der Verbindung von visueller Raumgestaltung durch Viola Kiefner und Musik war ein Programm entstanden, das neue Blickwinkel und Hörrichtungen freilegte. Beteiligt waren daran Improvisation, Komposition und Konzeptkunst, so Helmut Lachenmanns Pression für Cello solo und Schatten für Cello solo von dem Klangkünstler Rolf Julius mit Michael Moser als souveränem Interpreten. Die eindrucksvollsten Klangkonstellationen eröffnete jedoch an diesem Abend die Komposition Nebulae/ Staub für Baßklarinette, Cello und präpariertes Cello mit dem Komponisten als Klarinettisten, wiederum mit Moser und Michael Maierhof. Nur der Raum war doch ein bißchen zu klein, die Bühne zu hoch, die Alltagsgeräusche aus den darüber liegenden Wohnungen und von der Straße zu laut, als daß sich visuelle Installation und Musik in einer für den Hörer befriedigenden Weise verbinden konnten.
Der Verband für aktuelle Musik Hamburg hat mit blurred edges nicht nur auf maßgebliche Veränderungen gegenwärtiger Musikkultur reagiert, sondern sie ins Zentrum eines Festivals gestellt. Veränderungen, die in der Hansestadt mit ihrer subkulturell starken Szene vielleicht deutlicher spürbar sind als anderswo. Die daraus resultierende basis-demokratische Struktur aber, die erst die musikalische Vielfalt aktueller Musik ermöglichte, könnte Anlaß sein, über eine Erneuerung von Festivalkultur im Bereich neuer Musik überhaupt nachzudenken. Mehr noch könnte Hamburg in dieser Richtung ein Signal setzen. Wenn sich die Kulturbehörde zu einer angemessenen Ausstattung entschlösse, könnte sich die Hansestadt sogar zum internationalen Brennpunkt experimenteller bzw. aktueller Musik entwickeln – mit blurred edges als heute schon vielversprechendem Zentrum. Mit einem Festival, bei dem – ganz im Sinne des Verbandes für aktuelle Musik – in den »Grenzen des Fruchtlandes« (Pierre Boulez) im gleich-berechtigten Dialog der Musizierformen neue Territorien erschlossen werden. Ein notwendiger Schritt, damit, entsprechend eines Wunsches von Heiner Metzger, »die unterschiedlichen Szenen miteinander ins Gespräch kommen, daß auch dafür, was sie musikalisch machen, eine Sprache gefunden wird und ein Diskurs entsteht, so daß jede Szene, jede musikalische Richtung gleich berechtigt, ohne Rechtfertigungszwang nebeneinander stehen kann. Ein Diskurs, der zu Erkenntnissen darüber führt, was die Unterschied und vor allem auch die Möglichkeiten der jeweiligen musikalischen Szene sind.«

Gisela Nauck, Positionen Nr. 71, Mai 2007, www.positionen.net

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