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Fr, 30.06.2006, 21:30 Uhr

Stephane Leonard / Marcel Türkowsky

STEPHANE LEONARD
Kompositionen oder Klangcollagen aus Field Recordings, Instrumentenklängen, Stimmenakrobatik, Harmonie- und Melodiezitaten. Viele der Aufnahmen entstehen auf Streifzügen durch die Welt, bzw. wurden auf den Verschiedensten Instrumenten im Studio eingespielt. Die aktuellen Stücke haben größtenteils den Charakter kurzer Erzählungen, Episoden oder Reisen in Anlehnung an die alltäglichen "Zufallskompositionen" der Umwelt. Konkrete Musik trifft auf raumiges Rauschen, welches sich in brechenden Meerwellen auflöst und im flüstrigem Geräusper jäh versiegt. Stephane arbeitet hauptsächlich mit einem LapTop, einem Mikrophon, einem Diktiergerät, diverse kleinen Geräuschquellen, sowie einem in MAX/MSP selbst programmierten Sample- und Kompositionsprogramm. Stephane hat bisher offiziell 3 Studioalben auf dem Klangkunstlabel NAIV SUPER veröffentlicht und diverse EP's im Internet kostenlos auf so genannten Weblabels zur Verfügung gestellt. Neben der Arbeit im Musik und Soundbereich ist Stephane auch als Zeichner, Filmemacher und Videokünstler aktiv, unter anderem als Regisseur für Musikvideos für verschiedene Undergroundbands.Ob als Solomusiker oder als Mitglied verschiedener Improvisationsbands, wie z.B. JuliJuni mit Ansgar Wilken (Ilse Lau) und Michael Rieken und dem Leo Mars Ensemble mit Marcel Türkowsky, Stephane´s Musik nimmt einen mit auf eine Reise, ist jung und frisch, ist ein Ereignis. Für mehr Informationen:
www.stephaneleonard.net oder www.naivsuper.de

MARCEL TÜRKOWSKY
Bassist und Soundbastler bei Kinn, Masonne (ex-zuckendes vakuum) & Stroem und dem Leo Mars Ensemble, ordnet solo Erinnerungen ohne Notenständer in ein Klangbild vor Ort, intuitiv mit Walkmen und Publikum ganz ordentlich gemischt und immer den Effektgeräten nach. Geheimtipp im Berliner Untergrund, immer neu, immer anders, intelligent verspielt. Marcel Türkowsky ist Sehender. Er sieht Töne und Klänge - er erlebt und erfährt sie. Das ist seine Sprache sein Instrumentarium. Uneingeschränkter Forschungsdrang führt ihn bis in die entlegensten Bereiche unseres hörbaren Spektrums und darüber hinaus. Sound verstehen - ihn dabei beobachten und wissen hier ist ein Soundfetischist erst am hören, um später selbst zum Schöpfer akustischer Gebilde zu werden. Entorten und aus dem gefestigten zeitlichen Gefüge reißen - Unsichtbares formen, bis sich etwas zeigt. Mit dem Computer wurde es ihm möglich die Töne sichtbar zu machen. Er schaute ihnen ins Antlitz, betrachtete ihre Gestalt, so lange bis sie sich schließlich vor seinen Augen auflöste. Marcel durchdringt die Töne. Er verwandelt sie mit Hilfe digitaler und analoger Modulationsmechanismen mal mehr und mal weniger respektvoll. Das Feld scheint unendlich. Er will sie fassen, um ihnen Sinn und Seelen einzuhauchen. Die Töne sind unendlich dehnbar und sollte sich die Wandlung eines Tones doch einmal erschöpfen dann geht es noch viel weiter, um eine Komposition aus einer Vielzahl von Tönen zu schaffen - eine Verknüpfung - die Einbindung in ein übergeordnetes, wiederum mit unendlicher Vielfalt bespielbares Terrain, so groß, dass uns immer ein wenig schwindlig wird wenn wir mit Worten versuchen die Grenzen (welche wir nur vermuten können) der Musik zu ertasten. Musik und ihre Bestandteile sind Marcels Welt. Nichts scheint unmöglich in dieser grenzenlosen Tonmalerei. Dabei changiert er von laut und harsch bis hin zu leise und sanft, von harmonisch melodiös mit festem Unterbau bis detonal und frei spekulativ, sich auflösend. Akribisch Kleinstteilig, großflächig und breit. In starren Beatkonstruktionen oder verspielten und verschroben verschobenen Rhythmusfragmenten. Marcel Türkowsky ist interessiert, an der Vielfalt der Möglichkeiten und ihrer Bedeutungen. Marcel ist offen für Neues und Altes (Unentdecktes), gleichsam inspiriert von den schrillen Rufen einer Möwe über Stockhausens Gesang der Jünglinge bis hin zu den Innovationen des Weißen Albums - alles drei direkt nebeneinander zu finden in seinem Plattenschrank, flankiert von Cages Buch über die Stille. Man mache sich selbst ein Bild.

Ort: Hörbar | Brigittenstr. 5

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