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Sa, 14.11.2015, 20:00 Uhr

DIE AUFHEBUNG DER ZEIT Eva-Maria Houben, Orgel, Klavier Milo Lohse, Klavier, Orgel

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DIE AUFHEBUNG DER ZEIT Der Wunsch, Zeit zum Stillstand zu bringen, „aufzuheben“, taucht immer wieder in Äußerungen von bildenden Künstlern, Komponisten und Schriftstellern vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf. Paul Klee, Ferruccio Busoni, Rainer Maria Rilke z. B. entwickelten unabhängig voneinander die Vorstellung einer Aufhebung von ‚Reihenfolge‘, von zeitlich gerichtetem Ablauf; hingen der Vision eines ‚Zugleich-Seins‘ aller Dinge und Zustände an. Heute wird in unterschiedlichen Kontexten von einer „Aufhebung“ der Zeit gesprochen – etwa mit Blick auf Anton Weberns instrumentale ‚Miniaturen‘ oder im Zusammenhang mit der sogenannten „Minimal Music“ oder bei der Betrachtung von pluralistischen Werken Bernd Alois Zimmermanns. Auch die elektroakustische Musik wie auch etliche Stile aus der Jazz- und Rock-Musik zielen auf eine veränderte Wahrnehmung von Zeit ab. Kompositionen und Improvisationen von Milo Lohse und Eva-Maria Houben an zwei Orgeln sowie an Orgel und Flügel kreisen um die Utopie der stehenden Gegenwart, des Da-Seins ‚jetzt‘. Vor allem in der musikalischen Improvisation scheint die Utopie des Stillstands von Zeit aufzuleuchten. Jeder Augenblick wird von Geistesgegenwart getragen. Jede Improvisation ist ein Bekenntnis zur Vergänglichkeit und zur Gegenwärtigkeit zugleich. Samstag, 14. November 15 bis 17 Uhr offene Kirche mit einer O R G E L I N S T A L L A T I O N von Eva-Maria Houben Es gibt „fast nichts“ zu hören im Kirchenraum. Höre ich ein Stück? Vielleicht. Der Unterschied zwischen dem im Orgelkonzert aufgeführten Stück und der Orgel-Installation liegt in der Dauer. Die Orgel-Installation sollte eine Dauer von zwei Stunden nicht unterschreiten. Die Hörer, die den Raum betreten, haben in diesem Moment alle Zeit der Welt. Zeit zum Hören. Sie können im Raum umherwandern, sich mal hierhin, mal dorthin setzen, zwischendurch den Raum verlassen, wiederkommen (oder auch nicht)… Sie verpasst nichts, müssen nichts leisten, nichts mitbekommen, nichts ‚verstehen‘. Kommen einfach nur zum Hören. Musikalischer Klang, musikalisches Geräusch und Klang des Alltags, Geräusch der Umwelt vermischen sich. Musikalischer Klang und musikalisches Geräusch fordern hier nicht Stille wie ein Musikstück. Diese Klänge und Geräusche brauchen keinen stillen Raum. Sie sind selbst still und schaffen mit ihrer Stille einen stillen Raum, der die Geräusche der Umwelt und die Außenklänge aufnimmt. Eva-Maria Houben, Orgel, Klavier Milo Lohse, Klavier, Orgel

Eintritt: 15,- / 10,- Euro
Ort: Forum Neue Musik in der Christianskirche | Klopstockplatz 2
Web: www.kirche-ottensen.de

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